Arbeitsweise

Aufgehobenes

Bei diesen Objekten spielt das Sehen, Aufheben, Sammeln, Grübeln, Anordnen und Kombinieren eine große Rolle. Wie präsentiere ich das Werk vom Sockel oder Standfuß, damit es solide steht bis nach oben, wo die Augenhöhe ist?

Wenn ich die Fundstücke verändere und bearbeite, so ist das bei Holz mit Stemmeisen, Äxten oder der Kettensäge – es fliegen die Späne.

Bei Metall arbeite ich mit Flex oder großen Hämmern – hier fliegen die Funken. Es ist laut, martialisch, körperlich, emotional und gefährlich. Scheinbare Zerstörung, Gewalt, Apokalypse – ich bin sehr konzentriert und voll in der Kraft. Ich liebe diese Phase.

Wenn dann zarte Strukturen, Formen oder Linien entstehen, unerwartet oft, aber auch herbeigeführt durch den Prozess, dann höre ich auf und werde ruhig und zufrieden. Auch das fühlt sich gut an.

Schüttobjekte

Bei den Schüttobjekten steht am Anfang das Nachdenken, Grübeln, Ausbrüten. Loses Material inspiriert mich, ich denke oder probiere aus: wie kann man es schütten. Die Art der Körnung, rund oder eckig, die Größe des Korns und die Zusammensetzung sowie die Feuchtigkeit. 

Im zweiten gedanklichen Schritt denke ich mir Körper aus, in die ich hineinschütte. Material, Wandstärke, Oberfläche. Gibt es fertige Hohlkörper die ich verwenden kann?

Meist aber stelle ich diese her. In dieser Phase tüftle und rechne ich über Proportionen, Größen, Flächen, Rauminhalte und Massen. Danach füge ich die Bestandteile (Schüttmaterial und Hohlkörper ) gedanklich zusammen. Oft mache ich Skizzen und Modelle aus Papier oder Karton mit Sand. Ich mag auch dieses konzeptionelle und mathematische Tüfteln sehr.  

Das Schöne an den Schüttobjekten ist, dass sie von klein bis groß funktionieren. Als kleines Modell, in einem Raum, einem Aussenraum bis hin zur Landschaft. Natürlich denke ich am liebsten groß, aber die Idee kommt auch schon bei den Modellen rüber.